Anpassung an gestiegene Anforderungen: Sechsspuriger Ausbau der A8

Der Ausbau der A8 zwischen Hohenstadt und Ulm-West ist ein 220-Millionen-Projekt mit beeindruckenden Eckdaten: 23 km Ausbaustrecke, über 3,5 Millionen Kubikmeter Erdbewegung und 26 neue Brücken und Unterführungen. Gestemmt wird die Maßnahme in vier Bauabschnitten, wovon einer nach europaweiter Ausschreibung an das Rädlinger Bauunternehmen ging.

Der Bauabschnitt 4 umfasst den Ausbau des knapp 6 km langen Streckenabschnitts zwischen Nellingen und Hohenstadt von vier auf sechs Spuren mit beidseitigem Standstreifen. Die Arbeiten begannen im Oktober 2015 mit der Verlegung der parallel zur Autobahn verlaufenden Fernmeldeleitungen und der öffentlichen Versorgungsleitungen.

2016 erfolgte die Verbreiterung der Richtungsfahrbahn München zur Aufnahme des zweispurigen Gegenverkehrs während der ersten Bauphase. Außerdem wurde die Anschlussstelle Merklingen umgebaut und die Kreisstraße zwischen Merklingen und Widderstall auf einer Länge von etwa 700 m einschließlich der Autobahnquerung verlegt. Das alte Brückenbauwerk wurde im Spätherbst unter Vollsperrung der A8 abgebrochen. Da die A8 zum großen Teil durch Wasserschutzgebiete verläuft, wird sämtliches Straßenoberflächenwasser gesammelt, der Streckenentwässerung zugeführt und über acht Regenrückhaltebecken abgeführt. Eines realisierte das Rädlinger Bauunternehmen im Bauabschnitt 4.

In diesem und dem kommenden Jahr werden die Richtungsfahrbahnen Stuttgart und München ausgebaut und weitere fünf Brückenbauwerke errichtet. Eine Besonderheit ist die Trassenbündelung mit der ICE-Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm. Die Schienenstrecke wird zeitlich abgestimmt mit einem Abstand von ca. 25 m zur Richtungsfahrbahn München umgesetzt. Durch die Bündelung der beiden Maßnahmen werden Eingriffe minimiert und Synergien erschlossen, beispielsweise durch den Ausgleich der Erdmassen und die gemeinsame Nutzung der Baustelleninfrastruktur.

Die Fertigstellung des Bauabschnittes 4 ist im Jahr 2019 geplant. Ein Jahr darauf soll das Großprojekt des Regierungspräsidiums Tübingen vollständig abgeschlossen sein. Dann ist ein weiterer Abschnitt der wichtigsten Ost-West-Verbindung im süddeutschen Raum an die gestiegenen Verkehrsanforderungen angepasst.

 

Das Projekt in Zahlen

Erd- und Oberbodenabtrag:

551.000 m³

Entwässerungsleitungen:

40 km

Kabelleerrohre:

50 km

Frostschutz/Schottertragschichten:

350.000 t

Asphaltschichten:

160.000 t

Brücken und Überführungen:

6 Bauwerke


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