Hingucker in Taubenblau

Nach gut einem Jahr Bauzeit führt eine neue Bogenbrücke über die Loisach in Farchant.

In der Gemeinde Farchant im Werdenfelser Land in der Nähe der Zugspitze überspannte eine Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1967 den Fluss. Sie verband den Ort, Wohngebiete und Freizeiteinrichtungen miteinander. Doch umfangreiche Schäden am Beton, kaputte Abdichtungen und die Gefahr von größeren Rissen veranlassten den Gemeinderat zum Abriss und Neubau der Loisachbrücke. Die gleiche Entscheidung fiel für die Werkskanalbrücke.

Der Abbruch und Neubau beider Brücken lag in der Verantwortung der Josef Rädlinger Ingenieurbau GmbH. Damit die Einwohner die Loisach während der Bauarbeiten weiterhin überqueren konnten, entstand Mitte November 2017 zunächst eine 50 Meter lange Behelfsbrücke. Dafür erstellte das Rädlinger-Team provisorische Straßen inklusive der notwendigen Schüttungen und des Asphaltbaus.

Als Vorarbeiten zum Neubau der Brücken errichteten die Kollegen als Hochwasserschutz eine Bohrpfahlwand bestehend aus 800 Laufmetern Bohrpfählen. Erst danach begannen sie mit dem Abbruch der Brücken und stellten die Baugruben für die Neubauten her. Die zwei neuen Brücken gründen ebenfalls auf etwa 800 Metern Bohrpfählen.

Die neue Loisachbrücke ist eine Stahlbogenverbundbrücke. Sie erstreckt sich mit einer Länge von 32 Metern und einer Breite von elf Metern ohne Mittelpfeiler über den Fluss. Dafür verbaute Rädlinger rund 150 Tonnen Stahl, 250 Kubikmeter Beton und 60 Tonnen Baustahl. Die Brückenteile hatte die Abteilung Stahlbau gefertigt, die auch die Montage ausführte. Die Kanalbrücke hingegen besteht aus 120 Kubikmetern Halbfertigteilen, ist 13 Meter lang und zehn Meter breit.

Maßarbeit auf kleinstem Raum

Die Geometrie der Bauteile und deren Gewicht von bis zu 70 Tonnen machten das Einheben zur Maßarbeit: Die Lage der Baustelle mitten im Ort engte den Aktionsradius erheblich ein. Die Vielzahl an Gewerken – Spezialtiefbau, Tief- und Straßenbau, Brückenbau, Wasserbau und Stahlbau – erforderte daher präzise Koordination und Disposition auf engstem Raum. Dazu kam, dass die Bauarbeiter ihre Tätigkeiten teilweise direkt im Flussbett der Loisach ausführten. Hier bestand bei starkem Regen akute Hochwassergefahr: Das Wasser konnte innerhalb von zehn Minuten um bis zu zwei Meter steigen.

Darüber hinaus pflasterten die Windorfer die Sohle der Loisach mit etwa 2.500 Quadratmetern Granitplatten und hoben 5.000 Kubikmeter Kies aus dem Flussbett, um mit einem konstanten Querschnitt einen besseren Abfluss des Wassers zu erzielen. An die neuen Gegebenheiten angepasste Straßen und Gehwege rund um die beiden Bauwerke runden den Leistungsumfang dieses Projekts ab.

Gut ein Jahr nach Baubeginn können die Farchanter seit Ende September 2018 die Loisach auf der neuen, taubenblau gestrichenen Brücke überqueren. Bis Ende des Jahres sorgte Rädlinger Ingenieurbau dafür, dass Behelfsbrücke und -straßen zurückgebaut wurden.


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