Steinbruch Blauberg wird zum Forschungsgelände

Rädlinger startet Zusammenarbeit mit GeoZentrum Nordbayern an der Universität Erlangen-Nürnberg.

In mehreren Arbeiten untersucht die Forschungseinrichtung u. a. geophysikalische Methoden zur Vermessung von Klüften und Störungen im Gestein. Sichtbar werden diese zum Beispiel durch einen Versatz oder Farbunterschied im Fels. Peter Obermeier studiert Geowissenschaften an der FAU Nürnberg-Erlangen. Er führte die erste Geländekampagne durch und wertete die Ergebnisse in seiner Bachelorarbeit aus. Während seines Praktikums in der Abteilung Vermessung und Abrechnung erklärt er uns, was er genau untersuchte und was der strukturgeologische Aufbau des Steinbruchs verrät:

Herr Obermeier, was genau haben Sie in Ihrer Arbeit untersucht?

Ziel meiner Arbeit war es, traditionelle Methoden für Geländeaufnahmen mit neuen digitalen Praktiken zu vergleichen.

Und warum gerade im Steinbruch Blauberg?

Der Steinbruch befindet sich in nächster Nähe zu den großen Störungszonen "Bayerischer Pfahl" und "Rundinger Zone". Ein idealer Ort also, um die tektonisch verursachten, strukturellen Veränderungen im Gestein zu erforschen. Dafür verwendete ich die Methode der Photogrammetrie.

Hört sich kompliziert an. Was ist das genau?

Bei der traditionellen Methode werden Flächen und Achsen mit einem Gefügekompass oder einem kalibrierten Smartphone erfasst. Bei der Photogrammetrie hingegen werden mit Hilfe überlagernder Bilder dreidimensionale Oberflächen erstellt, die computergestützte Messungen erlauben. Die Aufnahmen dafür können zum Beispiel auch mit einer Drohne erfolgen.

Und was kam nun dabei heraus?

Zum einen konnte ich feststellen, dass die photogrammetrische Methode eine hervorragende Ergänzung zu den herkömmlichen Geländearbeiten ist. Die Methoden führen zu präzisen Angaben mit hoher statistischer Bedeutsamkeit.

Zum anderen sind die Ergebnisse auch für den weiteren Abbau und zur Optimierung der geologischen Geländeuntersuchungen für die Firma Rädlinger von Bedeutung.

Sie meinen, die Erkenntnisse sind auch für den weiteren Abbau von Interesse. Inwiefern?

Die Daten liefern Erkenntnisse über die Orientierung und Ausrichtung von Kluftnetzwerken. Daraus können Informationen über Abbauflächen und -tiefen abgeleitet werden. Zusammen mit zusätzlich durchgeführten geoelektrischen Untersuchungen, die z. B. Rückschlüsse auf die Gesteinsqualität, die Orientierung und Ausrichtung des Grundwassers erlauben, lassen sich die Arbeiten und Abläufe im Steinbruch so effizienter und vorausschauender durchführen.

Die Erhebungen finden im Rahmen des Projekts "Lithologische und strukturelle Untersuchungen
im ostbayerischen Grundgebirge" statt, das vom Landesamt für Umwelt bewilligt und finanziert wird.


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